ÜBERSICHT



FÄN: Idee, Vorlage Koalitionsverhandlungen, Skizze, Stimmen 10.09.2018

Der Vorschlag für einen FONDS ÄSTHETIK UND NACHHALTIGKEIT | FÄN versteht sich als Schritt des Erkundens der bisher vernachlässigten kulturellen Dimension hin zu einer ästhetischen Praxis der Nachhaltigkeit und verschreibt sich dem »herstellenden Handeln« (Hannah Arendt). Ziel ist es, neue, sich überlappende Strategien zu finden und zu erfinden für die globale Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft.
Um ein gemeinsames Forschen und Handeln zwischen unterschiedlichen Erkenntnisformen zu ermutigen, brauchen wir dringend andere Fördergefäße und Förderungskriterien. Kunst, Wissenschaft und Bewegungswissen treffen sich wegen ihrer vollkommen unterschiedlichen Zeithorizonte praktisch nie als gleichberechtigt Forschende. Die Universitäten mit ihren beschleunigten Studiengängen geben dafür nicht den Raum; Innerhalb der Kunst ist ein Forschungsstipendium nur äußerst selten und dann meist limitiert auf höchstens drei Monate; in Wissenschaft wie Wirtschaft ist dies die Mindestzeit, um gerade einmal die Fragestellung für ein dreijähriges Forschungsvorhaben zu formulieren. Wir können uns aber das unverbundene Nebeneinander der unterschiedlichen Wissensformen nicht länger leisten.
Wir brauchen eine offene Debatte darüber, ob sich eine Gesellschaft wie die unsere, die bekanntlich arm
an Bodenschätzen und reich nur an der Ressource Kreativität ist, es sich leisten kann, bei der Jahrhundertaufgabe der Nachhaltigkeit auf das Können und Vermögen der Künste zu verzichten, bzw. sie überwiegend am oder unter dem Existenzminimum zu halten.
Um die Zusammenarbeit nachhaltig zu gestalten brauchen wir ein neues Förderinstrument: einen Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit.

Angedachter Dauer- und Kostenrahmen: 6 Jahre je 6 Millionen EUR inklusive wissenschaftlichem Monitoring.

Zunächst war die Idee, der FÄN könne zu gleichen Teilen durch die beiden großen öffentlichen Stiftungen Deutsche Bundesumweltstiftung | DBU und Bundeskulturstiftung | KSB getragen werden. Dies erwies sich
aus haushalts- und stiftungsrechtlichen Gründen als nicht machbar.
In der Folge hat es 2017 im parlamentarischen Raum verschiedene Gespräche gegeben mit dem Ziel, den Fonds in der 19. Regierungsperiode zu realisieren.

Folgender Text wurde als Vorlage für die Koalitionsverhandlungen 2017-2018 erarbeitet, aber nicht verabschiedet:

Die Koalition legt einen mehrjährigen FONDS ÄSTHETIK UND NACHHALTIGKEIT zur Förderung von Beiträgen aus Kunst und Kultur für eine nachhaltige Entwicklung auf. Der Erfolg von Nachhaltigkeitspolitik ist wesentlich abhängig von einem kulturellen Wandel. Der Fonds ergänzt die ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte von Nachhaltigkeitspolitik um die kulturelle Dimension nachhaltiger Entwicklung. Die Förderung künstlerischer und kultureller Beiträge soll ein umfassenderes Verständnis der für eine nachhaltige Entwicklung notwendigen Transformation schaffen und dazu beitragen, innovatives Handeln in Gesellschaft und Wirtschaft im Sinne der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und der deutschen Nachhaltigkeitsziele anzustoßen.

Für einen erneuten Versuch der Realisierung bräuchte es nunmehr folgende Schritte:
- die Entscheidung über die organisatorische und finanzielle Einbindung des Fonds
- die Einstellung eines entsprechenden Haushaltstitel ab Haushalt 2019, ggf. durch Parlamentarische Initiative
- die Aufnahme des Fonds in die aktualisierte deutsche Nachhaltigkeitsstrategie


Skizze Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit | FÄN

Aus dem FÄN werden künstlerische und wiss enschaftliche Projekte, themenorientierte Vorhaben und Veranstaltungen sowie Stipendien gefördert, in denen sich künstlerische und wissenschaftliche Forschung und Bewegungswissen begegnen, die nationale und internationale Ausstrahlung haben, besonders innovativ und auf Nachhaltigkeit angelegt sind, in dem sie modellhaft über sich selbst hinausweisen. Der Fonds soll durch die Förderung aktueller kultureller und künstlerisch-wissenschaftlicher Projekte dazu beitragen, einen überregional und international wahrnehmbaren kontinuierlichen Dialog von Ästhetik und Nachhaltigkeit zu initiieren, aufzunehmen und zu festigen.

Kriterien der Förderung
Gefördert werden kleine wie größere Projekte: innovative Ansätze, die zur Entwicklung der Debatte über Nachhaltigkeit und Ästhetik beitragen und sie weiterführen. Berücksichtigt werden Konzepte für alle künstlerischen Sparten sowie spartenübergreifende, interdisziplinäre und themenorientierte Vorhaben. Entscheidend für die Auswahl sind inhaltliche und künstlerische Qualität. Antragsberechtigt sind natürliche und juristische Personen des In- und Auslands, wobei regionale, nationale und internationale Kooperationspartnerschaften möglich und erwünscht sind. Die Realisierung des Projektes sollte in Kooperation mit einem Träger bzw. einer Organisation erfolgen. Innerhalb des Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit kann auch die Erarbeitung eines konkreten Projektes auf der Grundlage einer Ideenskizze gefördert werden. Bei erfolgversprechender Entwicklung ist in diesem «Werkstattprogramm» auch eine anschließende Projektfinanzierung möglich.

Ausschließende Bedingungen der Förderung
Eine institutionelle und über Jahre währende Förderung ist ausgeschlossen, sofern eine Organisation nicht die Übernahme des Projektes vertraglich zusichert (z.B. Stiftungsprofessur); sofern es sich um Projekte des Südens handelt, muss über eine Abweichung nachgedacht werden, um durch minimale Bezuschussung der laufenden Infrastrukturkosten derartige Projekte möglich zu machen. Für fortlaufende und auf einander folgende Projekte und Veranstaltungen ist eine Finanzierung nicht möglich. In der Regel kann für Institutionen bzw. Personen nur alle drei Jahre eine Förderung bewilligt werden. Bei einer anschließenden kommerziellen Verwertung des Projektes sollten die Fördermittel idealerweise an den FÄN zurückfließen.


Folgende Personen haben eine schriftliche Stellungnahme für die Einrichtung eines Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit abgegeben:

Prof. Dr. Peter Adolphi, Geschäftsführer Akademie für nachhaltige Entwicklung, MV
Prof. Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär Rat für Nachhaltige Entwicklung
Prof. Dr. Sonja Beeck, Gastprofessorin Universität Kassel | Projektleiterin IBA Stadtumbau 2010
Nicola Bramkamp, Schauspieldirektorin Theater Bonn | Mitinitiatorin von SAVE THE WORLD
Davide Brocchi, Soziologe und Transformationsmanager
Amelie Deuflhard, Intendantin Theater Kampnagel | Kuratorin Festival Theater der Welt
Olafur Eliasson, Künstler | Kopenhagen
Dr. Christian Esch, Direktor NRW KULTURsekretariat | Wuppertal
Dr. Maja Göpel, Generalsekretärin WGBU
Anja Hajduk, Bündnis 90/Die Grünen | Umwelt, Kultur und Finanzen
Hermann Graf Hatzfeldt, Forstwirt | Autor
Johannes Heimrath, The Club of Budapest International
Prof. Saskia Hebert, Dr.-Ing. Architektur | subsolar architektur & stadtforschung
Dr. Karl Eugen Huthmacher, MinDir a.D. BMBF
Hannimari Jokinen, bildende Künstlerin und Kuratorin | Hamburg
Adolf Kloke-Lesch, Geschäftsführender Direktor SDSN Germany
Dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der Volkswagenstiftung
Prof. Jan R. Krause, Leiter Unternehmenskommunikation und Eternit Akademie Eternit AG
Undine Kurth, Kuratorium DBU
Bernadette La Hengst, Musikerin und Theatermacherin
Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, AG Geobiologe und Anthropozänforschung, FU Berlin |
Prof. Dr. Rudolf zur Lippe, Philosophie der Lebensformen | Künstler | plurale Ökonomie
Prof. Dr. Reinhard Loske, Professor Politik, Nachhaltigkeit, Transformationsdynamik | Senator a.D.
Sandra Lubarsky, Professorin und Dekanin für Nachhaltige Entwicklung | Arizona
Heike Catherina Mertens, Vorstand Kultur Schering Stiftung
Dr. Christa Müller, Forschungsgesellschaft anstiftung
Michael Müller, Staatssekretär a.D. | Enquetekommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität"
Prof. Dr. Patrizia Nanz, Wissenschaftliche Direktorin IASS | Potsdam
Nick Nuttall, former Spokesperson and Director of Communications and Outreach | UN
Dr. Michael Otto, Aufsichtsratsvorsitz Otto Group | Michael Otto Stiftung für Umweltschutz
Rebecca Raue, Künstlerin
Lena Johanna Reisner, freie Kuratorin und Projektmanagerin
Dr. Gerd Rosenkranz, Journalist und Publizist
Andreas Rost, Fotograf und Kurator
Dr. Oliver Scheytt & Dr. Norbert Sievers, Vorstandsmitglieder Kulturpolitische Gesellschaft
Dr. Bettina Schmalzbauer & Prof. Dr. Martin Visbeck, Deutsches Komitee Nachhaltigkeitsforschung
Christel Schröder & Gabriel Schwaderer, EuroNatur
Prof. Dr. Gesine Schwan & Prof. Dr. Dirk Messner Co-Vorsitzende, SDSN Germany
Prof. Dr. Elisabeth Schweeger, Künstlerische Direktorin | Akademie Darstellende Kunst Ludwigsburg
Walter Spruck, Netzwerk Nachhaltigkeit in Kunst und Kultur | Vorstand
Jakub Szczęsny. Künstler | Polen
Andrea Tietz. Mitinitiatorin & Programm SAVE THE WORLD
Prof. Dr. Klaus Töpfer, Umwelt- u. Bauminister a.D | Exekutivdirektor der UNEP
Jürgen Trittin, Bundestagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen
Barbara Unmüßig, Vorstand Heinrich Böll Stiftung.
Prof. Dr. Hubert Weiger, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND und EuroNatur
Prof. Dr. Harald Welzer, Direktor Futur Zwei. Stiftung Zukunftsfähigkeit
Hans Winkler, Bildende und Performative Künste | New York
Andrea Wulf, Humboldt-Forscherin | London | Hamburg
Olaf Zimmermann, Geschäftsführer Deutscher Kulturrat








TIME TO SAY GOODBYE
Fr. 13. Juli bis So. 15. Juli ZNE! begrüßt die Sommerferien und verabschiedet sich aus Bonn

LANGER ABEND
Freitag, 13. Juli 2018, 16.00 bis 24.00 Uhr Kunstrundgänge, Bettlaken-Kino unter Sternen, Kloppen und Klönen

FAMILIENSAMSTAG
"BONN BLÜHT AUF!"
Samstag, 14. Juli, 14.00 Uhr Familienrundgänge und Pflanzaktion

KÜNSTLER_INNENSONNTAG
15. Juli, 11.30 Uhr
Finissagerundgang mit einzelne ZNE!- KünstlerInnen aus der Region

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Die 17. Station von ZNE! wurde am Mittwoch den 18. April in Bonn eröffnet.

Ausstellungsort:
Ehemalige Volkshochschule
Kasernenstraße 50
53111 Bonn

NEUE Laufzeit: 19.4.-15.7.2018

Öffnungszeiten:
Mi-Fr: 16:00 - 20:00
Sa-So: 11:00 - 17:00
(gilt auch für Feiertage)

Freier Eintritt

Ein Beitrag zu den Deutschen Aktionstagen für Nachhaltigkeit 2018 und die Europäische Nachhaltigkeitswoche 2018.

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Die Ausstellungsstation in Valparaiso wurde vom Kreis chilenischer Kunstkritiker*innen zur "Besten Internationalen Ausstellung 2017 in Chile" gewählt.

Bilder von ZNE! 2017 im Parque Cultural de Valparaiso, Chile hier .

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17. Ausstellungsstation Bonn 2018

Mit herzlichen Dank auch an die Deutsche Telekom AG, Beethovenstiftung Bonn, Kunsthistorisches Institut der Universität Bonn und Kunstmuseum Bonn.