Néle Azevedo

Néle Azevedo bei Article | 10

Néle Azevedos Minimum Monument befindet sich im Dialog mit der langen Tradition des Denkmals: eine Sehenswürdigkeit, dazu geschaffen, durch die Geschichte etwas im Stadtraum zu verewigen. Allerdings kehrt Néle Azevedo die Richtung der dieser Tradition innewohnenden Erhöhung um und arbeitet in den Registern von Prekärem und Unbeständigem.
Dieser Weg impliziert die Akzeptanz der Tatsache, dass die heutige Erfahrung immer unvollständig und nicht mehr ewig ist. Ihre winzigen Eisskulpturen, die in zahlreiche Städte in der ganzen Welt reisen, treten an »erhabenen« städtischen Orten auf und fordern entschieden zur Reflektion über den Riss und die Endlichkeit auf, die die Lebenszeit und der Ort des Einzelnen in der Masse unter dem Gewicht der Geschichte sind.
Ihre Skulpturen scheinen Gebilde zu sein, denen die tägliche Bewegung der Menschen ebenso gleichgültig ist wie der gewöhnliche Reiz von Werbung im Stadtraum oder bezaubernde Landschaften. Daher vermitteln diese Skulpturen in ihrer kalten Ablehnung der Welt den erstaunlichen Eindruck, sie seien zu einem gewissen Grad realer als Menschen.
Einerseits sind Menschen nicht lichtdurchlässig, also verschwinden sie im Gegenlicht. Andererseits wächst in den Eiskörpern der Skulpturen, konzentriert auf ihr kristallines Inneres, kontinuierlich eine weiße und verschwommene Wolke, wie ein Rückgrat, das aufsteigt, während ihr äußerer Körper verzehrt wird. Könnte es eine bessere visuelle Übersetzung der immateriellen Idee der Seele geben?
Dies liegt der Arbeit dieser Künstlerin zugrunde: der Tod als Ritual und Trauer als Transzendenz; das ist die Möglichkeit der Fortsetzung des Lebens. Und hier nun lässt sich ein Bogen schlagen zum Begriff des Denkmals oder Monuments, dessen historische Wurzeln sich auf das Heilige und Beisetzungsrituale zurückverfolgen lassen – Gräber und Tempel. Ihre Monumente allerdings sind Minimum. Also geht es bei der Bewegung, die ihre Arbeit begründet, weniger um die Notwendigkeit, ein kollektives Gedächtnis weiterzuführen, sondern um die vergängliche individuelle Erfahrung der reinen Präsenz in einem nicht wiederholbaren Augenblick als einem Opfermoment.
Text: Guilherme Wisnik








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Aufgrund des COVID-19-Virus bleibt unser kleines ZNE!-Büro in Berlin geschlossen, und wir arbeiten von zu Hause aus.
Wie viele andere Künstler*innen, Kreative und Freiberufler*innen hat uns diese Corona-Krise hart getroffen.
Wir hatten gehofft, in diesem Frühjahr einen Newsletter versenden zu können, der Euch über unsere 19. Station in Lissabon informiert, die am 19. Juni 2020 in Carpintarias São Lázaro eröffnet werden sollte.
Jetzt, mit all den Absagen und der Schließung des Kulturlebens, versuchen wir, die Veranstaltung zu verschieben und dafür zu sorgen, dass ZUR NACHAHMUNG EMPFOHLEN! noch Teil des Programms der Grünen Hauptstadt Lissabon 2020 ist.

Hier könnt Ihr die Petition für ein

Bedingungsloses Grundeinkommen

unterzeichnen.

Bleibt gesund!

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