Christian Kuhtz – Einfälle statt Abfälle


Auch moderne Ökotechnik wie Sonnenkollektoren und Holzheizungen ist so konzipiert, dass sie nur mit Strom funktioniert und nur vom Fachbetrieb zu warten ist. Dabei könnte der Selbstbau einfacher Solaranlagen, die ohne Strom arbeiten, längst Volkswissen sein, so wie es der Selbstbau guter Holzfeueröfen in Russland teilweise noch ist.
Vieles, was hier als Schrott zerstört oder als Müll zu Gift verbrannt ird, hätte gar nicht erst hergestellt werden müssen oder lässt sich direkt, ohne Schmelzofen und Fabrikschlot, von Hand zu neuen, oft viel nützlicheren Dingen umarbeiten. In Ländern, wo die Menschen nicht so zum Schaden anderer verschwenden können, erlebte ich das als ganz normal.
Als nach der Energiekrise 1973 statt »Stop Verschwendung« die Atomkraft propagiert wurde, arbeitete ich neben Schule und Ausbildung intensiv an Spar- und Selbstversorgungstechniken.
1977 entstand die erste Wohnhütte mit funktionstüchtigem Windrad aus Abfällen, bald darauf Sonnenkollektoren, Lastenfahrräder und Sparöfen aus Schrott, Holz, Abbruchziegeln und Lehm. Obwohl ich die besondere Ästhetik alter Materialien zur Geltung kommen lasse, ist meine eigentliche Kunst, gefundene
Abfälle und Naturmaterialien auf möglichst einfache Weise für Technik zu verwenden, die durchschaubar bleibt, uns unabhängiger macht und hilft.
Beim Bau einfacher Alltagsgegenstände kann ich die Schönheit der Gaben der Natur direkt in die Gestaltung aufnehmen und dabei ungewöhnliche und besonders zweckmäßige Lösungen entwickeln. Eine Bank aus Astgabeln ist viel stabiler als eine aus Latten. Und ich kann dabei den Kreislauf der Dinge von der Natur zurück zur Natur erleben. Selbstgebautes kann ich auch selbst reparieren – Gebrauchsspuren,
Löcher und bunte Flicken erzählen ihre Geschichte – oder noch aus den Resten etwas Neues bauen. Die Freude am Selber-Bauen und Anleitungen zur alternativen Technik aus langjähriger Erfahrung gebe ich seit 1983 in meiner selbst verfassten, handgezeichneten Reihe Einfälle statt Abfälle weiter.








Wir bedanken uns bei allen, die die 18. Ausstellungsstation in Erfurt ermöglicht und mitgeholfen haben.

18. ZNE! Station ERFURT


von 28.7.2019 bis 22.9.2019

Fotos der Ausstellungsstation in Erfurt hier!

_________Initiiert vom Beirat zur _____Nachhaltigen Entwicklung in ______Thüringen, unterstützt vom Thüringer Ministerium für Umwelt, ________Energie und Naturschutz
und der __Landeshauptstadt Erfurt

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Wir trauern um unseren Freund und Stifter, den Künstler und Philosophen Prinz Rudolf zur Lippe, verstorben am 6. September 2019.
"Er brachte das Denken zum Tanzen" und die Menschen in Bewegung.
Während der Ausstellung in Erfurt, die in der Kirche des Augustinerklosters Arbeiten aus dem Zyklus "Von den Vögeln lernen" zeigt, wollte er mit uns darüber sprechen, und was sie mit Goethe und Alexander von Humboldt zu tun hat.
Wir werden ihn nicht nur dabei vermissen.

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