Enrico Freitag – Poisoning

Enrico Freitag reflektiert in seiner Malerei und Grafik grundlegende und gegenwärtige Aspekte menschlicher Zivilisation. In anthologischen Serien widmet er sich dabei unterschiedlichen Phänomenen gesellschaftsrelevanter Themen und nach und nach entsteht so ein komplexer Zusammenhang zwischen den verschiedenen Werkgruppen des Künstlers.

Ein gedanklicher Ausgangspunkt und zugleich wiederkehrendes Motiv, welches sich ebenso als sinnstiftend für die weiteren Sujets des Künstlers erweist, kann in der Serie mit dem Titel 'LabOra' gesehen werden. Mit diesem Titel, einer dem Benediktinerorden entlehnten Phrase, Ora et Labora (Bete und Arbeite), führt uns der Künstler in eine Welt der Arbeit, die ebenso durch eine fast kontemplative Aura geprägt und doch tief in eine aktive fordistische Dystopie der Massenproduktion eintauchen lässt. Dabei wird Arbeit vom Künstler weder heroisiert noch kritisiert, sondern neutral und als logischer Bestandteil von Zivilisation und Gesellschaft betrachtet.
In einer Art autopoietischen Entwicklung dieser Grundidee folgen Serien wie 'Fresh Kills', welches sich in seiner Doppeldeutigkeit einerseits auf die gleichnamige, seinerzeit weltweit größte Mülldeponie am Rande New Yorks bezieht, andererseits fast schon ironisch die Brücke schlägt, zwischen dem factory-fresh, dem Verlangen unserer Konsumgesellschaft nach fabrikneuer Ware, und dem flüchtigen Moment des Habens einer dem Überfluss huldigenden Wegwerfgesellschaft.
'The Poisoning' behandelt exemplarisch einen folgenschweren Vorfall in Japan Anfang der 1950er Jahre, der bis heute Folgeerscheinungen und Auswirkungen auf das Leben der Menschen im betroffenen Gebiet nach sich zieht. Später bekannt geworden als Minamata-Krankheit, wurde die
Katastrophe durch ungereinigte Abwässer eines ansässigen Chemiewerks ausgelöst und die Gewässer der Umgebung, und somit die Fische und wenig später die Bevölkerung, die sich von deren Verzehr ernährte, mit Quecksilber vergiftet.
Sowohl die ansässigen Fischer, als auch die Firma und sogar die Regierung, die in der Nachkriegszeit ein Industriewachstum um jeden Preis erreichen wollte, taten ihr Möglichstes, um die Ereignisse geheim zu halten.








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Aufgrund des COVID-19-Virus bleibt unser kleines ZNE!-Büro in Berlin geschlossen, und wir arbeiten von zu Hause aus.
Wie viele andere Künstler*innen, Kreative und Freiberufler*innen hat uns diese Corona-Krise hart getroffen.
Wir hatten gehofft, in diesem Frühjahr einen Newsletter versenden zu können, der Euch über unsere 19. Station in Lissabon informiert, die am 19. Juni 2020 in Carpintarias São Lázaro eröffnet werden sollte.
Jetzt, mit all den Absagen und der Schließung des Kulturlebens, versuchen wir, die Veranstaltung zu verschieben und dafür zu sorgen, dass ZUR NACHAHMUNG EMPFOHLEN! noch Teil des Programms der Grünen Hauptstadt Lissabon 2020 ist.

Hier könnt Ihr die Petition für ein

Bedingungsloses Grundeinkommen

unterzeichnen.

Bleibt gesund!

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