Maria Vedder – Susurrus in Mexiko

2012
4-Kanal- Video- und Audio-Installation

Ein Projekt über Elektrosmog und die skulpturale Schönheit von Hochspannungsmasten.
Im Mittelpunkt dieser Installation steht ein Klang, der meistens kaum oder nicht hörbar ist. Die elektromagnetischen Strahlen von Stromleitungen, Elektrosmog, umgeben uns überall im Alltag. Von diesen Immissionen wird angenommen, dass sie gesundheitsschädliche Wirkungen haben können. Da wir sie nicht wahrnehmen können, verdrängen wir ihre Anwesenheit. In „Susurrus“ werden sie hörbar gemacht am Beispiel des elektromagnetischen Felds von Überlandstromleitungen.
2012, während eines 2½ Monate langen Aufenthalt als Artist in Residence (EMARE MEX Werkleitz Halle) in Mexiko, hat Maria Vedder in den unterschiedlichen Klimazonen eine Anzahl von Landschaftspanoramen mit Überlandstromleitungen gefilmt. Die Geräusche des jeweiligen elektromagnetischen Felds wurden mit einer selbstgebauten Antenne auf einem Audiorecorder aufgenommen.

Der lateinische Begriff „Susurrus“ bedeutet Sausen, Murmeln, Flüstern, aber auch ungereimt und absurd.
„Susurrus“ ist Teil einer weltweiten Bestandsaufnahme von Eingriffen der Stromindustrie in Natur und Landschaft. Nach Aufnahmen in Deutschland und Mexiko folgen 2013 Malaysia und China.

Maria Vedder

DIE REGENMACHER, 2016
3-Kanal-Videoinstallation


Die mittelalterliche Dorfkirche in Bröllin gibt den Anstoß für diese Arbeit über Endlichkeit. Das bestimmende Formelement der Videoinstallation ist der Kreis. Er steht, im Christentum wie in vielen anderen Religionen auch, als Linie ohne Anfang und Ende für Unendlichkeit.

Auf meinem Flug von New York nach San Francisco fotografierte ich über dem Mittleren Westen riesige Kreisformationen. Sie kamen mir vor wie göttliche oder außerirdische Botschaften. Später erfuhr ich, dass sie durch Kreis-Beregnungsanlagen in die Landschaft eingeschrieben sind. Diese zigtausend Kreise sind durch ihre Größe von ca. 1 km Durchmesser am Boden als solche nicht erkennbar. Ihr Wasser stammt aus einem Grundwasserreservoir aus der Eiszeit. Die Flüsse, die es speisten, sind längst versiegt. Dieses fossile Wasser wird in nicht weit entfernter Zukunft aufgebraucht sein. Auch unter Saudi-Arabien und der Sahara befinden sich Wasserreserven, die aus der letzten Eiszeit stammen und über Kreis-Beregnungsanlagen auf die Felder geleitet werden. Sie werden ebenso in den nächsten Jahrzehnten erschöpft sein. Wasser ist hier eine nicht erneuerbare Ressource.

Die Agrarindustrie hat die ursprüngliche Symbolik des Kreises in ihr Gegenteil verkehrt.

Für die Filme werden die fotografierten Kreise durch digitalen Eingriff wieder in Bewegung versetzt. Sie werden ergänzt durch Satellitenbilder von Kreis-Beregnungsanlagen in Europa und Nordafrika und kontrastiert durch Videoaufnahmen aus Mecklenburg-Vorpommern von Regen und Beregnungsanlagen.

DIE REGENMACHER ist, wie die Videoinstallation SUSURRUS von Maria Vedder in der Ausstellung ZNE in Schwerin, Teil einer filmischen Untersuchung von Eingriffen der Industrie in Natur und Landschaft.

Maria Vedder lebt in Berlin.








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Die 16. Ausstellungsstation von ZNE! in Valparaíso ist vom chilenischen Kreis der Kunstkritiker*innen zur besten Internationalen Ausstellung des Jahres 2017 in Chile gekürt worden.

Diese Station wurde vom 10.6.17 – 12.8.17 im Parque Cultural de Valparaíso gezeigt und ermöglicht von Heinrich Böll Stiftung Cono Sur, Institute for Advanced Sustainability Studies IASS, Potsdam und Goethe-Institute Chile.

ZNE! dankt allen Künstler*innen, Partner*innen, Techniker*innen und Helfer*innen, die das hier möglich gemacht haben.

Hier geht es zu den Fotos der Ausstellung.


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Stimmen für einen Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit als Forderung an Bundesregierung und Bundestag u.a. von Prof. Dr. Klaus Töpfer, Prof. Dr. Gesine Schwan, Prof. Dr. Patrizia Nanz, Olafur Eliasson, Dr. Wilhelm Krull, Dr. Michael Otto und Amelie Deuflhard.


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