David Smithson – Solar Powered Electric Chair

Solar Powered Electric Chair / off-grid (S.P.E.C.)
Solarbetriebener elektrischer Stuhl / Stromnetz-unabhängig (S.E.S.)

In den frühen 1990-er Jahren wurden viele neue technologische Produkte verfügbar, da sich der militärisch-industrielle Komplex, der nach dem Kalten Krieg unter Profiteinbrüchen litt, nach neuen Märkten suchte. Während mir die trotz sich wandelnder Prioritäten fortbestehende Dominanz der industriellen Produktion durch Konzerne bewusst wurde, fertigte ich eine Skizze für eine skulpturale Installation an: Solar Powered Electric Chair (1992). Der Einsatz von umweltfreundlicher erneuerbarer Energie für die Todesstrafe spiegelt den Weg wider, den unsere globale Gesellschaft einschlagen wird, wenn wir unsere Prioritäten nicht neu ordnen.

Der S.P.E.C. ist nach dem Vorbild der Mutter aller elektrischen Stühle, dem „Old Sparky“ aus der Sing-Sing-Strafvollzugsanstalt, modelliert. Das Material Eichenholz ist nicht leitfähig, aber recycelbar, daher also heutzutage eine umso passendere Wahl. An beiden Seite des Stuhls befinden sich ausladende verstärkte Aluminiumflügel, an denen die Sonnenkollektoren angebracht sind. Im Sockel sind Akkus zum Speichern der Solarenergie verstaut. An Kopf und an den Wadenmuskeln beider Beine des Proband/Opfers werden Elektroden angebracht. Das Bedienpult des Vollstreckers ist ergonomisch auf Hüfthöhe an einem Pfosten auf der Rückseite des Sockels angebracht.

Die elf Leistungsstufen dieses umweltfreundlichen elektrischen Stuhls ermöglichen durch ihre korrespondierenden Funktionen, das Subjekt/Opfer vor der Todesvollstreckung in eine entspannte Stimmung euphorischer Glückseligkeit zu versetzen. Von der niedrigsten Stufe, die Haare trocknet und den Kopf kühlt, zur Elektrisiermaschine – ein Test der Nervenstärke –die Haare glättet und elektrische Ladungen auf den Benutzer leitet; zu drei Stufen grausamer sadomasochistischer Folter vor dem Optimaltod innerhalb von zwei Minuten (Stufe neun); bis hin zu zwei weiteren Stufen des „Overkills“, bei denen der Stuhl am Ende Feuer fängt.

Der S.P.E.C. wurde als voll funktionsfähiges System entwickelt, das vom Stromnetz unabhängig ist. Aus Sicherheitsgründen wurde zwischen Stufen fünf und sechs ein mechanischer Regler eingebaut, der ohne schriftliche Einwilligung des zuständigen Gouverneurs oder der örtlichen Justizbehörde nicht entfernt werden darf.

Das Ziel dieser skulpturalen Installation ist es, ein Bewusstsein zu schaffen und so zu verhindern, dass der unvermeidbare Übergang zu erneuerbaren Energien zur nächsten Welle elitärer Monopole wird, die die Massen ausbeuten, sondern vielmehr so gesteuert werden sollte, dass sie den Bedürfnissen der Massen dienen.
David Smithson

Bildbeschreibung:

Solar Powered Electric Chair (off-grid)
Solarbetriebener elektrischer Stuhl (Stromnetz-unabhängig)
2011/1992
digital animation stills
projected size: 2,1 x 11,6 x 2,3 m
Courtesy des Künstlers












Erlebte Nachhaltigkeit: Zur Nachahmung empfohlen Welche Impulse können Kunst und Kultur auf unserem Weg in eine nachhaltige Zukunft setzen?

Podiumsdiskussion in der Ehemaligen VHS am Montag, 28.05.2018
18 - 19 Uhr mit anschließender Führung durch die Kuratorin und Empfang

Es diskutieren Adrienne Goehler, Dr. Lutz Möller, Michael Stockhausen und Matthias Wanner,

Moderation: Björn Müller-Bohlen

Mehr Info hier.


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Die 17. Station von ZNE! wurde am Mittwoch den 18. April in Bonn eröffnet.

Ausstellungsort:
Ehemalige Volkshochschule
Kasernenstraße 50
53111 Bonn

Laufzeit: 19.4.-10.6.2018

Öffnungszeiten:
Mi-Fr: 16:00 - 20:00
Sa-So: 11:00 - 17:00
(gilt auch für Feiertage)

Freier Eintritt

Ein Beitrag zu den Deutschen Aktionstagen für Nachhaltigkeit 2018 und die Europäische Nachhaltigkeitswoche 2018.

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Die Ausstellungsstation in Valparaiso wurde vom Kreis chilenischer Kunstkritiker*innen zur "Besten Internationalen Ausstellung 2017 in Chile" gewählt.

Bilder von ZNE! 2017 im Parque Cultural de Valparaiso, Chile hier .

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17. Ausstellungsstation Bonn 2018

Mit herzlichen Dank auch an die Deutsche Telekom AG, Beethovenstiftung Bonn, Kunsthistorisches Institut der Universität Bonn und Kunstmuseum Bonn.