Dan Peterman – Civillian Defense II

CIVILLIAN DEFENSE II, 2010

Traurigerweise ist die Notversorgung mit Nahrung eine Wachstumsbranche.
Wir sehen uns mit einer globalen Eskalation konfrontiert, was die Zahl gescheiterter oder scheiternder Staaten angeht,1 wo der Rechtsstaat untergraben wird, lokale Ökonomien geschwächt beziehungsweise zusammengebrochen sind und eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion verschwindet oder schon verschwunden ist. Dies wird immer mehr zu einer ökologisch angetriebenen Gleichung, da Wasservorräte nicht nachhaltig ausgenutzt werden, die Versteppung voranschreitet und die Meeresspiegel steigen. Erzeugt dieser Zustand der permanenten Krise notwendigerweise eine Abhängigkeit von ausländischer Hilfe (was auf die eine oder andere Art die opportunistische Einführung der Interessen globaler Landwirtschaftskonzerne mit sich bringt) oder kann er zu einem erhöhten Einsatz für den Wiederaufbau einer nachhaltigen lokalen Landwirtschaft und einer lokalen Nahrungsmittelwirtschaft führen?
Jüngere Militäraktionen in Afghanistan und Haiti beleuchten die Komplexität und Konfusion dieser Fragen. Um die Herzen des afghanischen Volkes zu gewinnen, begann das amerikanische Militär, Essenspakete (Humanitarian Daily Rations or HDR’s) abzuwerfen. Dies führte zu Fragen: Welche kulturelle Bedeutung haben dieser Einsatz und die angebotenen Nahrungsmittel? Macht es etwas aus, dass die meisten Pakete beim Aufprall beschädigt werden, die Nahrungsmittel oft verderben und Gefahr bedeuten? Wie geht man mit der optischen Verwechslung zwischen der gelben Verpackung dieser Nahrungsmittelpakete und den Streubomben um, die am Boden automatisch scharf werden? (Die Pakete sind jetzt »lachsfarben«.) In Haiti hat die Verteilung von Nahrungsmitteln durch das Militär nach dem Erdbeben 2010 zu einer internationalen Bewegung haitianischer Bauern gegen Monsanto geführt, die sich gegen das opportunistische Eindringen fremder destruktiver landwirtschaftlicher Praktiken auflehnt. Hätte es weniger bedrohliche Möglichkeiten gegeben, schnell Hilfe zu leisten und dabei lokale Nahrungsmittelnetzwerke wiederaufzubauen?








WUNDERBARE NACHRICHTEN:

19. ZNE! Station in Haifa und Jerusalem, Israel
02.09.2021 - 30.11.2021

ERÖFFNUNGEN:

Museum on the Seam, Jerusalem: Mittwoch 01.09.2021, 19:00

Pyramida Art Center, Haifa: Donnerstag, 02.09.2021, 20:00

In Zusammenarbeit mit Museum on the Seam

Gefördert von
Auswärtiges Amt

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Teil 1 und Teil 2 der neuen Stimmen von KÜNSTLER:INNEN UND KULTURVERMITTLER:INNEN ZUM Fonds für Ästhetik und Nachhaltigkeit

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Nachhaltigkeit braucht Entschleunigung braucht Grundein/auskommen ermöglicht Entschleunigung ermöglicht Nachhaltigkeit


Könnte ein Bedingungsloses Grundein/auskommen die Freiheit und Chancengleichheit eines jede(n) Einzelne(n) fördern und auf diese Weise die maßlose Beschleunigung unserer Zeit eindämmen und so dazu beitragen die begrenzten Ressourcen unserer Umwelt zu schonen?

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