zur nachahmung empfohlen! expeditionen in ästhetik und nachhaltigkeit

Die Endlichkeit der Energiereserven, der drohende Klimawandel, das Schwinden der Biodiversität sind auch schon vor den gescheiterten Weltklimagipfeln in Kopenhagen und Cancún, als Beunruhigung tief in die öffentliche Wahrnehmung eingedrungen. Nach den Gipfeln stellt sich dringlicher denn je die Frage nach individuellen Handlungsmöglichkeiten.

Wir brauchen Visionen eines zukunftsfähigen Lebens, die sich mit Sinn(lichkeit), Lust und Leidenschaft des eigenen Handelns verbinden. zur nachahmung empfohlen! rückt die kulturelle und ästhetische Dimension der Nachhaltigkeit ins Sinnenbewusstsein, um so der beobachtbaren Vernutzung des Begriffs entgegen zu wirken. Sie sensibilisiert dafür, dass Nachhaltigkeit, die sich als gestaltend versteht, nicht ohne die Künste und Wissenschaften auskommt; von ihnen ist das Denken in Übergängen, Provisorien, Modellen und Projekten zu lernen.

Künstlerische Fragestellungen und Handlungskonzepte zielen zunehmend auf die vielschichtigen Handlungsfelder der Ökologie und immer stärker darauf, ihren gesellschaftlichen Resonanzraum zu vergrößern. Nachhaltigkeit braucht einen Entwicklungsraum, in dem sich die multiplen Verknüpfungen des vorhandenen Reichtums an Wissen und Erfahrung in den Künsten und Wissenschaften erst wirklich entfalten können und gleichzeitig die Idee, dass jede|r Einzelne daran Anteil haben kann.

zur nachahmung empfohlen! expeditionen in ästhetik und nachhaltigkeit ist die erste umfassende Ausstellung in der Bundesrepublik, die die kulturelle Dimension von Nachhaltigkeit ins Zentrum rückt, indem sie die Verbindungen von Nachhaltigkeit mit Ästhetik herstellt. Über 55 nationale und internationale Positionen aus Kunst, Wissenschaft, Film und Architektur stellen sich den Fragen des Weiterlebens auf dem in jeder Hinsicht gefährdeten Planeten.
Sie zeigt künstlerische Praktiken, die zur Erhaltung des Planeten beitragen und Einfluss auf bewusstes Konsumverhalten nehmen wollen, ökonomisch rentabel sind und künstlerische Positionen, in denen sich die Grenzen zwischen Kunst, Aktivismus und Erfindungen auflösen, und sich die Erfahrungen und Arbeitsweisen von Umweltinitiativen mit künstlerischen Herangehensweisen verbinden.

Nachhaltigkeit braucht Wahrnehmungserweiterung im Zusammenwirken. Dafür werden bewusst die Grenzen zwischen künstlerischer und technischer Kreativität aufgehoben, zwischen Machbarkeit und Idee. Die Sinnlichkeit ist das verbindende Element in den Werken und Präsentationen bildender KünstlerInnen, ErfinderInnen und WissenschaftlerInnen genauso wie in modellhaften Arbeiten aus Design und Architektur, aber auch in Beispielen nachhaltigen Wirtschaftens, die auf ihre je eigene Weise die individuelle Dimension des Handelns herausfordern.
Neben technischen Innovationen und Werkstoffen werden partizipatorische Projekte und Netzwerke vorgestellt auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien, zu Wasser und Klimawandel, Ökologie und Re | Upcycling.

Integraler Bestandteil des Konzepts ist, die Ausstellung touren zu lassen, um sie so der Schnelllebigkeit des Kunstmarktes zu entziehen und an jedem weiteren Ausstellungsort die Eigenheiten der lokalen, künstlerischen, wissenschaftlichen und der umweltaktivistischen Kompetenz einzuflechten. Nach dem Auftakt in den Uferhallen in Berlin-Wedding, war zur nachahmung empfohlen! im Kunstverein Gartow, im Umweltbundesamt und der Bauhausuniversität Dessau, zeitgleich in den drei bayrischen Kunstvereinen Pfaffenhofen, Ingolstadt und Neuburg. Bis Ende August 2011 war die Ausstellung im Wasserturm Bremen zu Gast, 2011 war sie in Hamburg, im Überseequartier der HafenCity. 2012 führen uns die Expeditionen nach Bombay, nach Addis Abeba und Peking. 2013 nach Sao Paulo und Puebla, Mexiko. In 2014 war zur nachahmung empfohlen! in Essen und im November des selben Jahres anlässlich des Weltklimagipfels in Lima, Peru. 2015 wurde die Ausstellung in Freudenberg am Main gezeigt und im Sommer 2016 in Mecklenburg-Vorpommern.

Wir freuen uns über große Anerkennung für die anspruchsvolle Publikation, erschienen bei Hatje Cantz. Sie erhielt den Art Directors Club Award 2011 und den red-dot-award 2011 in der Kategorie editorial-design. Und für ein Kunstprojekt ungewöhnlich, wurde zur nachahmung empfohlen! mit zwei Umweltpreisen ausgezeichnet: mit dem Mediensonderpreis der Deutschen Umwelthilfe und als Projekt der Werkstatt N des Rates für nachhaltige Entwicklung. zur nachahmung empfohlen wurde auch von der Deutschen UNESCO-Kommission als Projekt der UN-Dekade 2014 Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgezeichnet.


KünstlerInnen der vergangenen und jetzigen Expeditionen: Néle Azevedo • Jennifer Allora & Guillermo Calzadilla • Ravi Agarwal • Marlene Almeida • Aziza Alaoui • Francis Alÿs • Richard Box • Joseph Beuys • Jens Burde • Ines Doujak • Madhusree Dutta • Olafur Eliasson und Frederik Ottesen • Emine Ercihan • Steven Emmanuel • Adib Fricke • Dionisio González • Tue Greenfort • Galerie für Landschaftskunst, Till Krause, Klara Hobza u.a. • Gao Shiqiang • Sonia Guggisberg • Emiliano Godoy • Ilkka Halso • Henrik Håkansson • Cornelia Hesse-Honegger • Hermann Josef Hack • Vincent J.F. Huang • He Xiangyu • Edi Hirose • Alejandro Jaime • Folke Köbberling & Martin Kaltwasser • Christoph Keller • Christian Kuhtz • James Kudo • Antal Lakner • Jae Rhim Lee • Susanne Lorenz | Dr. Stephan Pflugmacher • Marlen Liebau | Marc Lingk • Christin Lahr • Till Leeser • Sarah Lewison • Rudolf zur Lippe • Gustavo Lipkau • Petra Maitz • Renzo Martens • Ayumi Matsuzaka • Ma Yongfeng • Lucia Monge • Gerd Niemöller • Manish Nai • Eliana Otta • Dan Peterman • Clement Price-Thomas • Nana Petzet • Shirley Paes Leme • José De Quadros • Miguel Rothschild • Dodi Reifenberg • Gustavo Romano • Pedro Reyes • Ariel Rojo • Peter Reichenbach • Rebecca Raue • Ursula Schulz-Dornburg • Superflex • Otmar Sattel • Michael Saup • Dina Shenhav • Studio Lukas Feireiss und Tomorrow’s Thoughts Today mit Luis Berríos-Negrón • Jakub Szczesny • Robert Smithson • David Smithson • Sharmila Samant • Maria Vedder • Gudrun F. Widlok • Wang Jiuliang • Xing Danwen • Xu Bing • The Yes Men • Yang Shaobin • Zwischenbericht • ZuhauseKraftwerk - Schwarmstrom









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ZNE! in Chile

Am 9. Juni 2017 eröffnete Kuratorin Adrienne Goehler zum 16. Mal "zur nachahmung empfohlen! expeditionen in ästhetik und nachhaltigkeit", diesmal im Parque Cultural de Valparaíso, Chile. Diese Ausstellungsstation wird ermöglicht durch die Heinrich Böll Stiftung Cono Sur, dem Institute for Advanced Sustainability Studies in Potsdam und dem Goethe-Institute Chile.

Ko-kuratiert von Rodolfo Andaur kommen den 62 internationalen Künstler*innen die chilenischen Künstlerinnen Aninat-Swinburn, Natascha de Cortillas, Vania Caro Melo, Claudia Müller, Guisela Munita, und Alejandra Prieto hinzu.

Hier geht es zu den Fotos der Ausstellung, die vom 10.6. - 12.8.2017 geht.

Das IASS und das Regionalbüro Cono Sur der Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) starten die innovative Veranstaltungsreihe "mundos sostenibles" in Chile, um den Dialog an der Schnittstelle zwischen Kunst, Politik und Nachhaltigkeit voranzubringen. Das Programm umfasst Podiumsdiskussionen, Workshops, Führungen, Darbietungen und Videovorführungen rund um das Thema Nachhaltigkeit. Die Veranstaltungen werden vom 9. Juni bis zum 13. August 2017 im Parque Cultural Valparaiso und anderen Orten in der Stadt stattfinden.

Das Dialogprogramm in Valparaíso gruppiert sich um vier thematische Achsen:

1) „Territorien und Ressourcen: umstrittene Entwicklungsmodelle“ (8. – 11. Juni)

2) „Nahrungsmittelsouveränität und die Herausforderungen des Klimawandels“ (29. Juni – 2. Juli)

3) „Wasser: Privateigentum oder Gemeingut?” (3. – 5. August)

4) „Städte und Bürger der Zukunft“ (10. – 12. August)


Weitere Informationen


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Stimmen für einen Fonds Ästhetik und Nachhaltigkeit als Forderung an Bundesregierung und Bundestag u.a. von Prof. Dr. Klaus Töpfer, Prof. Dr. Gesine Schwan, Prof. Dr. Patrizia Nanz, Olafur Eliasson, Dr. Wilhelm Krull, Dr. Michael Otto und Amelie Deuflhard.


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