Michal Schmidt

Überrascht und widerwillig beginnen wir mehr und mehr einzusehen, dass die Blase, in der wir leben, die wir gemütlich und sicher eingerichtet und mit europäisch moralischen Werten und Mauern verziert haben, undicht wird. Unsere Wahrheiten bröckeln, Unsicherheit und eine paranoide Angst machen sich breit. Der Klimawandel scheint für das Gros der Menschen noch zu abstrakt, seine katastrophalen Folgen schwer vorstellbar. Konkreter und einfacher ist die Furcht vor dem Fremden. Die Einsicht, die sozialen und ökologischen Probleme sind hausgemacht und korrelativ, kommt zögerlich und die Dringlichkeit, unser Konsumverhalten zu ändern, wird auf morgen vertagt, Verantwortung anderen überlassen. Folglich igeln wir uns ein. Es reicht ja, wenn sich der Geld- und Warenstrom grenzenlos und frei bewegen kann. Hauptsache, es bleibt, wie es ist.

Die malerischen Arbeiten und konzeptuellen, installativen Werke von Michal Schmidt mit ihrer am Realismus orientierten, figürlich expressiven Bildsprache bestehen aus collageartig zusammengeführten Versatzstücken und beschäftigen sich mit der großen Bandbreite menschlicher Verhaltensmuster. Alles wird miteinander verschränkt: Zeitebenen, Perspektiven, Erzählungen; Homogenes wird zersetzt und der klassische Bildraum zunehmend aufgelöst. Mal sind die Arbeiten ganz direkt mit bewusst plakativer Wirkung pointiert, an anderer Stelle irritiert ein sensibler Inhalt ganz subtil.

It is sad
the world so cruel
and unfair
and nothing
what you could do
against it
he thought,
took knife
and fork
and cut
his five-minute steak
in bite-sized pieces.

Michal Schmidt, 2003








Wir bedanken uns bei allen, die die 18. Ausstellungsstation in Erfurt ermöglicht und mitgeholfen haben.

18. ZNE! Station ERFURT


von 28.7.2019 bis 22.9.2019

Fotos der Ausstellungsstation in Erfurt hier!

_________Initiiert vom Beirat zur _____Nachhaltigen Entwicklung in ______Thüringen, unterstützt vom Thüringer Ministerium für Umwelt, ________Energie und Naturschutz
und der __Landeshauptstadt Erfurt

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Wir trauern um unseren Freund und Stifter, den Künstler und Philosophen Prinz Rudolf zur Lippe, verstorben am 6. September 2019.
"Er brachte das Denken zum Tanzen" und die Menschen in Bewegung.
Während der Ausstellung in Erfurt, die in der Kirche des Augustinerklosters Arbeiten aus dem Zyklus "Von den Vögeln lernen" zeigt, wollte er mit uns darüber sprechen, und was sie mit Goethe und Alexander von Humboldt zu tun hat.
Wir werden ihn nicht nur dabei vermissen.

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